Gesundheit im Internet: 5 Fragen, die man sich stellen sollte

Bei Fragen zum Thema Gesundheit ist der Griff zum Handy häufig das erste, was man macht, um sich zu informieren. Google, Facebook und co liefern schnell Antworten in Bezug auf Symptome, Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten.

Um transparent Informationen zu finden, gibt es jedoch einiges zu beachten, denn die Suche im Internet bietet auch Risiken.

Die gefundenen Informationen können durchaus hilfreich sein…

Mehr als 13,5 Millionen deutschsprachige Websites liefern Gesundheitsinformationen (1). Diese sind rund um die Uhr verfügbar und nur einen Klick entfernt. Von Hausmitteln bei einer Erkältung, über Tipps zum Abnehmen bis hin zur Adresse des nächsten Facharztes – die Möglichkeiten sind schier endlos und erleichtern häufig den Alltag.

Auch die Mitgliedschaft in einer digitalen Patientengemeinschaft wie Forschungspanel, bietet viele Vorteile. Dort kann man sich mit anderen über den Alltag mit einer Erkrankung austauschen, gegenseitig unterstützen oder Erfahrungen in Bezug auf Behandlungsmöglichkeiten teilen.

Das gefundene Wissen kann darüber hinaus hilfreich sein, um den eigenen Körper zu verstehen und als Gesprächsgrundlage dienen, wenn der nächste Arztbesuch ansteht.

…aber sind sie auch vertrauenswürdig?

Die meisten Menschen nutzen bekannte Suchmaschinen, um die gewünschten Antworten zu finden, doch nicht alle Informationen, auf die man stößt, sind gut. Die Reihenfolge der angezeigten Suchergebnisse wird von einem Algorithmus festgelegt, der weder den Wahrheitsgehalt noch die Verlässlichkeit überprüft.

Das kann dazu führen, dass man einseitige Berichterstattungen, falsche oder veraltete Informationen angezeigt bekommt. Das ist in einigen Fällen harmlos, kann aber auch erheblichen Schaden anrichten. Weiterhin werden einige Internetseiten speziell dazu genutzt, falsche Informationen zu teilen. Oftmals werden beispielsweise vermeintliche Wundermittel zum Verkauf angeboten, die schwere Krankheiten wie Krebs heilen oder beim Abnehmen helfen sollen.

Unsere Patienten-Community Spezialistin Eileen Ziemann erinnert sich in dem Zusammenhang an ein Patienteninterview:

„Eine Patientin erzählte mir, dass eine Bekannte Ihre Diabetes-Therapie ohne Absprache mit Ihrem Facharzt abgesetzt hat, nachdem Sie online fragwürdige Informationen zu Metformin gefunden hat. Nach einem Gespräch mit Ihrer Freundin hat Sie gemerkt, dass die Website nicht vertrauenswürdig und die Informationen unzuverlässig waren und Ihre Therapie fortgesetzt. Seitdem ist Sie vorsichtiger geworden.“

Vorsicht ist auch beim Thema Datenschutz geboten. Nicht immer ist ersichtlich, was mit den eigenen Gesundheitsdaten im Netz passiert und ob diese ausreichend vor unerwünschten Zugriffen geschützt sind.

Wie erkenne ich gute Gesundheitsinformationen?

Um verlässliche Gesundheitsinformationen zu erkennen, sollten Sie sich die folgenden fünf Fragen stellen:

1) Wer bietet die Informationen an?

Von wem wird die Internetseite betrieben und lassen sich dessen Kontaktdaten ausfindig machen? Es sollte außerdem deutlich werden, wie oder durch wen sich die Website finanziert. Diese Informationen befinden sich zum Beispiel häufig im ‚Impressum‘ oder einem ‚Über uns‘-Abschnitt – wie bei uns.

2) An wen richten sich die Informationen und was bezwecken Sie?

Liefern die gefundenen Informationen eine Antwort auf meine Frage und wird dabei auf verschiedene Aspekte eingegangen? Gesundheitswissen sollte neutral und objektiv vermittelt werden und nicht in eine bestimmte Handlungsrichtung lenken. Es sollte einen Hinweis geben, dass online gefundene Informationen keinen Arztbesuch ersetzen können.

3) Ist Werbung enthalten?

Gute Informationen sind werbefrei. Falls Werbung auf einer Website vorhanden ist, sollte diese klar von redaktionellen Inhalten getrennt sein. Wenn nur Produkte einer einzigen Firma, ein einzelnes Medikament oder eine andere Behandlungsmöglichkeit ohne Nebenwirkungen angeboten oder überschwänglich gelobt wird, ist große Vorsicht geboten.

4) Sind die Informationen aktuell und gibt es Quellen für die Informationen?

In der Medizin werden Leitlinien, zum Beispiel zur Behandlung von Krankheiten, regelmäßig überarbeitet. Es ist daher wichtig, dass Informationen aktuell sind. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sich Quellenangaben finden lassen. Seriöse Quellen für Gesundheitsinformationen sind unter anderem Seiten von offiziellen Behörden oder wissenschaftliche Magazine. Es sollten außerdem weiterführende Links enthalten sein, damit man weitere Informationen finden kann.

5) Was passiert mit meinen Daten?

Seriöse Websites besitzen eine Datenschutzerklärung, die öffentlich zugänglich ist. Es sollte außerdem erkenntlich sein, wie man den/die Datenschutzbeauftragte:n kontaktieren kann.

Wenn Sie die vorangehenden Fragen beantworten können, sind Sie mit den gefundenen Informationen wahrscheinlich auf der sicheren Seite. Beachten Sie jedoch, dass die Suche im Internet einen Arztbesuch nie ersetzen kann. Weitere Tipps, um vertrauenswürdige Auskünfte zu bekommen, finden Sie außerdem auf den folgenden Websites:

  • patienten-information.de (ein Service des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin im Auftrag von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung)
  • gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen)

Falls sie sich für Neuigkeiten aus medizin-wissenschaftlichen Zeitschriften interessieren oder sich mit anderen Patienten zu gesundheitsrelevanten Themen austauschen möchten, schauen Sie doch mal auf unserer Facebook-Seite vorbei.

 

Quelle:

Foto: © anyaberkut via Canva.com

2 thoughts on “Gesundheit im Internet: 5 Fragen, die man sich stellen sollte

  1. Ich bin schon über 30 Jahre Diabetiker und COPD Patient, bis vor 10 Jahre musste ich noch Insulin spritzen und einen Zufall bin ich auf Glimeperid Winthrop gekommen , ich nehme 3X täglich die Glimeperid,Morgens und abends eine xiaduo und mittags eine Metformin, durch diesen Tabletten Einnahme muß ich nur noch 1X am Tag meinen Zucker testen, ich muss einmal im Quartal zum Arzt wegen der Blutuntersuchung und zum COPD Test und meine Zuckerwerte sind sehr gut, nur die Lungenwerte sind bei 60% aber das ist weil zweimal eine schwere Grippe und Corona , da waren diese Werte im Keller.

    1. Hallo,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar und das Teilen Ihrer Erfahrungen. Wir haben letzte Woche auf Facebook eine COPD-Gruppe namens „COPD – Gemeinsam Durchatmen“ eröffnet, wo sich Patienten über das Leben mit der Erkrankung austauschen können. Vielleicht interessiert Sie das? Über folgenden Link kommen Sie auf die Facebook-Seite: https://www.facebook.com/groups/185304234215659 Mit freundlichen Grüßen, Forschungspanel

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